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Dreiviertel der Eltern sorgen sich um Sicherheit ihrer surfenden Kinder

Dreiviertel der Eltern sorgen sich um Sicherheit ihrer surfenden Kinder

Hamburg, 07.11.2017. 73 Prozent der Eltern in Deutschland sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder beim Surfen im Netz. Sie befürchten, ihre Kinder könnten online in Kontakt mit Fremden kommen, verstörende Gewalt oder pornografische Inhalte sehen oder es könnten ihnen Daten geklaut werden. Fast alle Eltern sehen sich daher in der Pflicht, ihre Kinder vor negativen Erfahrungen im Netz zu schützen. Allerdings kennt nur ein Drittel von ihnen Beschwerdestellen, an die sie sich bei Fragen wenden können. Bei den Heranwachsenden beziehen sich die Sorgen vor allem auf das Verhalten anderer Kinder wie Cybermobbing, die Folgen von Urheberrechtsverletzungen, Technikfallen, Viren oder die mit Medien verbrachte Zeit. Diese Zahlen stammen aus dem ersten Jugendmedienschutzindex zum "Umgang mit onlinebezogenen Risiken", den das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und das Institut für Medienpädagogik "Jugend Film Fernsehen" (JFF) im Auftrag der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) erstellt haben, die gerade ihr 20. Jubiläum feiert.

“Wir beobachten, dass sich das Sorgenspektrum der Eltern und Heranwachsenden verlagert. Mit zunehmendem Alter schwindet die Angst vor Kontakt mit verstörenden Inhalten und die Sorgen in Bezug auf die Interaktion mit anderen Jugendlichen nehmen zu. Die Herausforderung ist es, den klassischen Jugendmedienschutz dahingehend zu adaptieren”, so Martin Drechsler, Geschäftsführer des FSM e.V.

Technischer Jugendschutz sei zwar "mittlerweile bekannt", erklärte der Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Prof. Dr. Uwe Hasebrink, am Dienstag zur Präsentation der Ergebnisse in Berlin. Es gebe aber nach wie vor große Unsicherheiten, wie er eingesetzt werden kann. Technik allein reicht zudem nicht aus, wie die Experten betonten. „Das Entscheidende ist, dass die Eltern mit ihren Kindern im Gespräch sind, dass sie mitbekommen, was da passiert", so Uwe Hasebrink. Gespräche könnten mehr bewirken als technische Systeme oder Regeln. Hasebrink sprach sich für eine Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzsystems aus: “Mit dem Jugendmedienschutzindex liegt nun eine solide empirische Grundlage vor. Wir müssen die Chancen und Risiken der Online-Kommunikation erneut diskutieren, das Jugendmedienschutzsystem an die neuen Erkenntnisse anpassen und Maßnahmen zur Förderung entwickeln."

Dr. Niels Brüggen, Leiter der Forschungsabteilung JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis sagt: "Wie wirksam Instrumente des Jugendmedienschutzes sind, entscheidet sich letztlich im Alltag der Familie; daher rückt die Studie die Perspektiven von Eltern und Kindern und das Zusammenspiel zwischen diesen in den Mittelpunkt. Wichtig war es uns, auch solche Sorgen der Eltern und Kinder zu erfassen, die vom bisherigen Jugendmedienschutz nicht abgedeckt werden."

Für die repräsentative Studie wurden zwischen Februar und April 2017 mehr als 800 Heranwachsende und ihre Eltern befragt.

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