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Net Children Go Mobile

Net Children Go Mobile

Das im Rahmen des EU-Safer Internet Programms geförderte Projekt (www.netchildrengomobile.eu) befasste sich mit der mobilen Internetnutzung von Heranwachsenden im Alter von neun bis 16 Jahren. In sieben Ländern (Belgien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Irland, Portugal und Rumänien) wurden repräsentative Daten von internetnutzenden Kindern erhoben und qualitative Interviews mit Kindern, Eltern und Pädagogen durchgeführt. In Spanien und Deutschland wurde jeweils eine qualitative Teilstudie umgesetzt. Das Hans-Bredow-Institut brachte hierfür qualitative Befunde aus dem Projekt „Mobile Internetnutzung im Alltag von Kindern und Jugendlichen“ in diese ländervergleichende Studie ein.“
Kinder sind in Durchschnitt zwölf Jahre alt, wenn sie ihr erstes Smartphone bekommen. Die Nutzung des Geräts spielt sich größtenteils zu Hause ab. Mit der Nutzung ändert sich nicht nur die Häufigkeit. mit der Kinder mit ihren Freunden in Kontakt treten, sondern auch die Art der Kommunikation. Knapp Dreiviertel der Jugendlichen haben das Bedürfnis, immer online sein zu müssen. Einige haben auch schon negative Erfahrungen mit ihrem Smartphone machen müssen. Im Vergleich mit den Daten aus der EU Kids Online-Studie zeigt sich zum Beispiel, dass sich die Erfahrungen mit Cyberbullying von sieben Prozent auf 12 Prozent erhöht haben.


 
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Projektbeschreibung

Das im Rahmen des Safer Internet Programms geförderte Projekt (www.netchildrengomobile.eu) befasste sich mit der mobilen Internetnutzung von Heranwachsenden im Alter von neun bis 16 Jahren. In sieben Ländern (Belgien, Dänemark, Großbritannien, Italien, Irland, Portugal und Rumänien) wurden repräsentative Daten von internetnutzenden Kindern erhoben und qualitative Interviews mit Kindern, Eltern und Pädagogen durchgeführt. In Spanien und Deutschland wurde jeweils die qualitative Teilstudie umgesetzt. Koordiniert wurde das Projekt von Giovanna Mascheroni von der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand.
Die quantitative Studie basiert auf den Antworten von insgesamt 3.500 Internetnutzern im Alter von neun bis 16 Jahren. Die qualitative Studie umfasst 55 Gruppeninterviews (N=219) sowie 107 Einzelinterviews mit Heranwachsenden sowie 40 Gruppeninterviews (N=180) und 44 Einzelinterviews mit Eltern und Pädagogen. Im Mittelpunkt der Erhebungen standen Fragen zur Ausstattung, Nutzung, zu den wahrgenommenen Veränderungen durch mobile Kommunikationsmedien, zu Risiken sowie zum Umgang mit dem Thema in der Familie und in der Schule. Durch die enge Orientierung an dem Erhebungsinstrument aus dem EU Kids Online II-Projekt liegen somit Daten aus 2013 vor, die – für die oben genannten Länder – Trends gegenüber 2010 erkennen lassen.

Einige ausgewählte Ergebnisse:
  • Obwohl Tablets und Smartphones eine ortsunabhängige Nutzung ermöglichen, nutzen die befragten Kinder die Geräte zumeist zu Hause im eigenen Zimmer.
  • Für die tägliche Internetnutzung greifen die Kinder eher noch auf den Laptop als auf das Smartphone oder das Tablet zurück.
  • Im Durchschnitt sind die Kinder zwölf Jahre alt, wenn sie ein eigenes Smartphone erhalten. Oft ist die Anschaffung an ein bestimmtes Ereignis gebunden, z.B. den Übergang auf eine weiterführende Schule, Konfirmation/Kommunion, Erfolg in der Schule.
  • Im Vergleich zu den Befunden aus der EU Kids Online-Studie zeigt sich, dass insbesondere Onlineangebote, die die Möglichkeit bieten, sich mit anderen zu vernetzen, Inhalte zu teilen oder einfach nur zu konsumieren, gegenüber 2010 an Bedeutung gewonnen haben.
  • Smartphones verändern nicht nur die Möglichkeiten, von wo aus und wie lange die Kinder Kontakt zu ihren Freunden halten; sie verändern auch das Spektrum der kommunikativen Praktiken und Öffentlichkeiten, mit denen sie in Kontakt stehen.
  • Hinsichtlich der Risiken zeigt ein Vergleich zwischen 2010 und 2014, dass der Kontakt mit negativen nutzergenerierten Inhalten zugenommen hat. Vor allem haben die Verbreitung (selbst-)verletzender Inhalte und der offline Kontakt mit Fremden unter den Befragten zugenommen.
  • Gegenüber 2010 haben sich die Erfahrungen mit Cyberbullying von sieben Prozent auf 12 Prozent erhöht. Hatten 2010 mehr Kinder Erfahrungen mit Offline- als mit Cyberbullying gemacht, weisen die Befunde auf zunehmende Erfahrungen mit Bullying über digitale Medien.
  • Zweidrittel der Eltern zeigen mindesten zwei aktive Umgangsweisen bezüglich der mobilen Internetnutzung ihrer Kinder auf: 66% sprechen mit ihren Kindern über die Onlinenutzung und 58% geben an, sich während der Nutzung in der Näher ihrer Kinder aufzuhalten. 77% der Eltern geben darüber hinaus an, sich aktiv um die Internetsicherheit ihrer Kinder zu bemühen, z. B. in dem sie ihren Kindern erklären, welche Seiten gut sind oder ihnen passende Angebote vorschlagen.
  • Je älter die Kinder werden, desto weniger Regeln vereinbaren die Eltern bezüglich der mobilen Internetnutzung. Zumeist beziehen sich die Regeln auf den zeitlichen Umfang und bestimmte Nutzungssituationen (z. B. nicht beim gemeinsamen Essen). Inhaltliche Regeln werden eher selten aufgestellt.
  • Hinsichtlich der Nutzung von Smartphones und Tablets in Schulen zeigen die Ergebnisse große Unterschiede zwischen den Ländern: Während die Nutzung des Internets und von Smartphones für einen Großteil der dänischen und portugiesischen Kinder selbstverständlich zu sein scheint, fällt der Anteil bei den irischen und italienischen Kindern sehr gering aus.
Das Hans-Bredow-Institut brachte qualitative Befunde aus dem Projekt „Mobile Internetnutzung im Alltag von Kindern und Jugendlichen“  in diese ländervergleichende Studie ein. Die Ergebnisse der internationalen Studie sind in Mascheroni/Cuman (2014) sowie auf der Projektwebseite www.netchildrengomobile.eu dokumentiert.

Infos zum Projekt

Überblick

Laufzeit: 2013-2015

Forschungsprogramm:
FP3 - Wissen für die Mediengesellschaft

Beteiligte

Dr. Claudia Lampert

Drittmittelgeber

Kooperationspartner

Dr. Giovianna Mascheroni, Università Cattolica del Sacro Cuore, Milano, Italien

Ansprechpartner

Dr. Claudia Lampert
Senior Researcher Mediensozialisation & Gesundheitskommunikation

Dr. Claudia Lampert

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 92
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77

c.lampert@hans-bredow-institut.de

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