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Mobile Internetnutzung im Alltag von Kindern und Jugendlichen

Mobile Internetnutzung im Alltag von Kindern und Jugendlichen

Tablet-PCs und Smartphones ermöglichen es bereits kleinen Kindern ohne Maus- und Tastaturkompetenz möglich, digitale Medien und verschiedene Onlineanwendungen zu nutzen. Bislang liegen allerdings nur wenige Befunde dazu vor, welcher Stellenwert der mobilen Internetnutzung im Alltag von Kindern zukommt und welche Einstellung Eltern und Pädagogen zu den Möglichkeiten der mobilen Onlinenutzung allgemein und mit Blick auf ihre Kinder haben. Damit einher geht die Frage, wie Eltern und Pädagogen die Internetnutzung der Kinder noch begleiten (können), wenn sich diese zunehmend ihrem Blickfeld entzieht oder – im Fall von Schule und außerschulischen Einrichtungen – verstärkt Raum einnimmt. Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der qualitativen Studie, in der Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren sowie Eltern und Pädagogen zur Rolle von mobilen Medien in den Familien befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen: Für Vor- und Grundschulkinder sind Tablet-PCs und Smartphones Familiengeräte, mit denen sie Fotos und Videos anschauen oder Spiele spielen, wenn die Eltern dies erlauben. Kinder zwischen sieben und 14 Jahren besitzen meist ein eigenes Smartphone, mit dem sie über Instant Messaging-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook kommunizieren. Anlass für die Anschaffung eines eigenen Telefons ist für die Eltern oft der Übergang in die weiterführende Schule. In den Schulen sind mobile Endgeräte hingegen noch nicht angekommen. Auf den Schulhöfen herrscht in der Regel Handyverbot und im Unterricht werden die Geräte nicht systematisch eingesetzt, obwohl die befragten Pädagogen dem Einsatz durchaus positiv gegenüberstehen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
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Projektbeschreibung

Mit der zunehmenden Verbreitung onlinefähiger Tablet-PCs und Smartphones sowie der Zunahme günstiger Flatrates erweitern sich die Zugangsmöglichkeiten zum Internet sowie die Möglichkeiten der ortsungebundenen Onlinenutzung. Ein Vergleich der Daten der JIM-Studie verweist darauf, dass die Kinder und Jugendlichen von den Möglichkeiten der mobilen Internetnutzung in zunehmendem Maße Gebrauch machen: Gingen 2010 „nur“ 13 Prozent über das Handy ins Internet, lag der Anteil 2013 bereits bei 73 Prozent und 2015 bei knapp 90 Prozent (MPFS 2015, S. 30, bezogen auf die Internetnutzung in den letzten 14 Tagen). Gleichzeitig ist festzustellen, dass bislang nur wenige Befunde dazu vorliegen, welcher Stellenwert der mobilen Internetnutzung im Alltag von Kindern zukommt und welche Einstellung Eltern und Pädagogen zu den Möglichkeiten der mobilen Onlinenutzung allgemein und mit Blick auf ihre Kinder haben, wie sie mit dem Thema im Familienalltag oder in ihrer pädagogischen Praxis umgehen und inwieweit sie die Internetnutzung der Kinder noch begleiten (können), wenn sich diese zunehmend ihrem Blickfeld entzieht oder – im Fall von Schule und außerschulischen Einrichtungen – verstärkt Raum einnimmt. Diesen und anderen Fragen wurde im Rahmen einer qualitativen Studie nachgegangen, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wurde. Die Studie berücksichtigte Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren sowie Eltern und Pädagogen. Das methodische Design wurde eng angelehnt an das europäische Projekt "Net children go mobile", das von 2012 bis 2014 im Rahmen des Safer Internet Programms gefördert wurde (Projektseite "Net children go mobile"). Auf diese Weise konnten vergleichbare qualitative Daten zur mobilen Internetnutzung deutscher Kinder in das europäische Projekt eingebracht und diese gleichzeitig vor dem Hintergrund der Daten aus den am Projekt beteiligten Ländern reflektiert werden. Gleichzeitig wurde das deutsche Sample auf die jüngeren Kinder ausgeweitet, um den im Alltag beobachteten Verjüngungstendenzen der mobilen Mediennutzung Rechnung zu tragen. Konkret basierte die Untersuchung auf den Daten aus

  • jeweils zwölf Interviews mit Eltern und deren Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren (aus insgesamt zwölf Familien), einschließlich teilnehmender Beobachtungen der Kinder während der Mediennutzung;
  • Fokusgruppen und Leitfadeninterviews (allein oder zu zweit) mit insgesamt 46 Kindern und Jugendlichen im Alter von sieben bis 14 Jahren;
  • neun Leitfadeninterviews (einzeln oder in kleinen Gruppen) mit insgesamt 15 Elternteilen der befragten sieben- bis 14-jährigen Kinder;
  • sechs Leitfadeninterviews (allein oder zu zweit) mit insgesamt sieben Pädagogen – vorrangig Lehrern – unterschiedlicher Institutionen.
Im Mittelpunkt der Interviews mit den Kindern standen u. a. Fragen, wann und aus welchen Gründen sie ein internetfähiges Handy/Smartphone oder einen Tablet-PC bekommen haben, welche Unterschiede sie zwischen der mobilen und der stationären Onlinenutzung sehen, welche Chancen und Risiken mit der mobilen Internetnutzung einhergehen, welche positiven und negativen Erfahrungen die Kinder selbst bereits gemacht haben, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten haben bzw. verhalten würden und inwieweit die Nutzung von den Eltern begleitet wird. Im Fall der jüngeren Kinder wurden vor allem die Eltern befragt und die Kinder bei der Nutzung von Tablets und/oder Smartphones beobachtet. In den Interviews mit den Eltern ging es demgegenüber u. a. um die Motivationen und Gründe, den Kindern ein internetfähiges Handy/Smartphone oder einen Tablet-PC zu kaufen, die Einstellungen der Eltern zur mobilen Internetnutzung allgemein sowie zu der von Kindern (insbesondere ihren eigenen), um die Einschätzung von Potenzialen und Risiken sowie um die Relevanz des Themas im Kontext ihres medienerzieherischen Handelns. Die Fragen zur Einstellung gegenüber mobiler Internetnutzung (allgemein und bezogen auf Kinder) sowie zur Wahrnehmung der Chancen und Risiken wurden ebenfalls in den Befragungen mit den Lehrern und pädagogischen Fachkräften aufgegriffen. Die Erhebungen fanden zwischen April und Juli 2014 statt. Die Interviews mit den Familien mit Vorschulkindern wurden bei den teilnehmenden Familien zu Hause geführt. Die Elterninterviews und die Beobachtungen der Kinder dauerten je zwischen 20 und 30 Minuten, die Interviews mit den Sieben- bis 14-jährigen Kindern ca. 60 Minuten. Die Rekrutierung erfolgte über Privatschulen, Aufrufe in Onlineforen, in sozialen Netzwerken, über Newsletter sowie über Schneeballverfahren. Bei der Auswahl der interviewten Kinder und Jugendlichen wurde darauf geachtet, dass sie Zugang zu internetfähigen mobilen Endgeräten, wie Smartphones, Tablets und iPods haben oder zumindest eine gewisse Internetaffinität aufweisen. Die Ergebnisse der qualitativen Studie sind im Arbeitsbericht des Hans-Bredow-Instituts Nr. 35 dokumentiert.

Infos zum Projekt

Überblick

Laufzeit: 2013-2014

Forschungsprogramm:
FP3 - Wissen für die Mediengesellschaft

Beteiligte

Dr. Claudia Lampert

Kooperationspartner

Ansprechpartner

Dr. Claudia Lampert
Senior Researcher Mediensozialisation & Gesundheitskommunikation

Dr. Claudia Lampert

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 92
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77

c.lampert@hans-bredow-institut.de

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