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Identifikation von Good Practice im Jugendmedienschutz im internationalen Vergleich

Identifikation von Good Practice im Jugendmedienschutz im internationalen Vergleich

Jugendschutz trifft vor dem Hintergrund neuer Anbieter- und Angebotsstrukturen, neuer Technologien und Dienste sowie aktueller Entwicklungen der Medienausstattung und -nutzung von Minderjährigen auf eine Vielzahl neuer Herausforderungen. Für ein modernes Jugendschutzsystem kommt es darauf an, auf diese Entwicklungen bereits vorbereitet zu sein oder adäquat darauf reagieren zu können. Die von 2013 bis 2014 im Auftrag der Schweizerischen Bundesregierung durchgeführte Studie gibt auf Basis von vierzehn ausgewählten Ländern einen Überblick über derzeitige Jugendschutzsysteme im internationalen Vergleich. Sie identifiziert Ansätze guter Regulierungspraxis („Good Practice“), untersucht diese im Rahmen von Experteninterviews auf ihre Übertragbarkeit auf die Schweiz und gibt Handlungsempfehlungen für einen modernen schweizerischen Jugendmedienschutz.
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Projektbeschreibung

Gemeinsam mit Kollegen der Universität Fribourg und der Universität Chur hat das Institut ein Mandat im Rahmen des Schweizerischen Programms „Jugend und Medien“ (siehe auch "Entwicklungs- und Nutzungstrends im Bereich digitaler Medien und Herausforderungen für den Jugendmedienschutz") bearbeitet. Es handelt sich um eine vergleichende Studie von Regulierungsmodellen im Jugendschutz in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern. Die Studie analysierte die Stärken und Schwächen der verschiedenen Ansätze auf Grundlage einer Übersicht über die jeweiligen relevanten rechtlichen Grundlagen, einer vertieften Beschreibung und Analyse des Zusammenwirkens von staatlichen und privaten Akteuren im Jugendmedienschutz sowie flankierender Maßnahmen im präventiven Bereich und aktuellen politischen Diskussionen in den verschiedenen Ländern. Im Anschluss wurden Good Practice-Beispiele identifiziert und diese daraufhin geprüft, ob die Ansätze sinnvoll und praktikabel auf die Schweiz übertragbar erscheinen. Das heutige System der Schweiz wurde in die vergleichende Darstellung einbezogen. Zwei der wichtigsten Ergebnisse des internationalen Vergleichs sind, dass Jugendmedienschutz in allen der 14 untersuchten Länder ein politisch relevantes Thema ist, sich aber kein Land fand, in dem Jugendmedienschutz einem systematischen, strategischen und zukunftsoffenen Ansatz folgt. Alle untersuchten Systeme stellen sich als in erster Linie traditionell gewachsene, mehr oder weniger stark fragmentierte „Patchworks“ dar, die auf neue Entwicklungen spontan und in Einzelbereichen reagieren, z.B. nach besonders aufsehenerregenden Cybermobbing-Fällen. Für das Internet verfügen die wenigsten Länder über einen spezifischen Jugendschutzrahmen, der über das allgemeine Strafrecht hinausgeht. Bei der Betrachtung einzelner Steuerungsherausforderungen zeigt sich dennoch eine Vielzahl von kleinteiligeren Good-Practice-Ansätzen, die grundsätzlich auch als Teile eines modernen Jugendschutzrahmens in der Schweiz in Frage kommen. Die Untersuchung hat diese Ansätze mit Expertinnen und Experten aus den betroffenen Branchen, der Verwaltung auf Bundes- und Kantonsebene und der Wissenschaft diskutiert und stellte auf dieser Grundlage 10 abschließende Handlungsempfehlungen auf. Zwei grundlegende Einsichten der Studie für deren Implementation sind, dass erstens eine moderne Steuerung im Jugendschutz nur bei einer frühzeitigen, systematischen und institutionalisierten Einbeziehung der Inhalteanbieter und Infrastrukturbetreiber in die regulatorischen Diskurse möglich ist, und zweitens ein erfolgversprechender Impuls zur Etablierung entsprechender Gesprächsplattformen sowie zur Teilnahme der bereits engagierten und der im Jugendschutz noch nicht aktiven Unternehmen nur vom Staat ausgehen kann. Das Projekt hatte eine Laufzeit von 13 Monaten und wurde im Juli 2014 abgeschlossen, die Veröffentlichung erfolgte im Sommer 2015.

Infos zum Projekt

Überblick

Laufzeit: 2013-2014

Forschungsprogramm:
FP3 - Wissen für die Mediengesellschaft

Kooperationspartner

Prof. Dr. Manuel Puppis (Universität Fribourg)
Prof. Dr. Matthias Künzler (FU Berlin)

Ansprechpartner

Dipl.-Jur. Stephan Dreyer
Senior Researcher

Dipl.-Jur. Stephan Dreyer

Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 33
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77

s.dreyer@hans-bredow-institut.de

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