Weiterentwicklung eines netzwerkgerechten Jugendmedienschutzes

Mit dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) des Bundes und dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) der Länder ist 2003 ein neuer Regelungsrahmen für den Jugendschutz in Kraft getreten. Vor allem mit dem JMStV wurden neue Regulierungsformen in den Rechtsrahmen integriert, die in der Anwendung noch nicht langfristig erprobt sind und sich am Konzept der „regulierten Selbstregulierung“ orientieren. Das Institut hat den Gesetzgebungsprozess seinerzeit durch Stellungnahmen begleitet.

2007 hat das Institut im Auftrag von BMFSFJ und Ländern den deutschen Jugendmedienschutz umfassend evaluiert und im Anschluss die Implementierung der Evaluationsergebnisse wissenschaftlich begleitet. In den für 2010 vorgesehenen Prozess der Novellierung von JuSchG und JMStV hat sich das Hans-Bredow-Institut erneut mit Expertise und Stellungnahmen eingebracht. Nach dem Scheitern der JMStV-Novelle unterstützt das Institut auch weiterhin die gesellschaftlichen und politischen Diskurse mit Kurzgutachten und Stellungnahmen, Aufsätzen, Vorträgen und Veranstaltungen. Einen Schwerpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung des Instituts bilden neben der regulierungswissenschaftlichen Perspektive auf einen netzgerechten Jugendmedienschutz zukünftige Formen sowie Grenzen technischen Jugendschutzes. Dabei werden auch potenzielle internationale Ansätze der elektronischen Kennzeichnung (Labeling) von Online-Inhalten konzeptioniert und analysiert.

Das Institut bemüht sich insgesamt weiter um eine Versachlichung der Diskussion, u. a. durch eine 2011 erfolgte Veranstaltung in Kooperation mit der MA HSH und der Handelskammer Hamburg, die die Erfahrungen aus der Diskussion im vergangenen Jahr nutzte und die Anforderungen an einen angemessenen Jugendmedienschutz klarer definieren konnte. Zudem fungiert Uwe Hasebrink als Leiter der Initiative „Eltern stärken - Sicher surfen“ des vom BMFSFJ getragenen Dialog Internet.

Publikationen

  • Dreyer, S. (2016): Gestaltungswille und Gestaltungsfähigkeit. Strukturelle Herausforderungen bei der Modernisierung des Jugendmedienschutzes. In: JMS-Report 4/2016, S. 2-5.

  • Dreyer, S.; Schulz, W. (2015): „Achtzehnter Staatsvertrag zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge“ - Stellungnahme zum Entwurf der Länder vom 15. Mai 2015. Hamburg, 08. Juli 2015. (pdf-Datei)

  • Dreyer, S.; Schulz, W. (2014): „Überarbeitetes Eckpunktepapier zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags“ - Stellungnahme zum Arbeitspapier der Länder vom 10. Oktober 201417. November 2014. (pdf-Datei)

  • Dreyer, S. (2014): Aufmerksamkeit, Appelle, Anreize – Kinder und Onlinewerbung als Thema des Jugendmedienschutzes. In: JMS-Report 6/2014, S. 2-6 (pdf).

  • Dreyer, S.; Schulz, W. (2014): „Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages“ - Stellungnahme zum Diskussionspapier der Länder. 15. Mai 2014. (pdf-Datei)

  • Dreyer, S. (2011): Entwicklungspfade für ein netzwerkgerechtes Jugendmedienschutzrecht. Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts Nr. 22.   »»

  • Dreyer, S. (2011): Jugendmedienschutz zwischen Recht und Nationalgesellschaften. In: Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM, Hrsg.): Jugendmedienschutz bei Onlinespielen. Zwischen kultureller Vielfalt und nationalen Besonderheiten. Berlin 2011, S. 37-48.

  • Dreyer, S. (2011): Neue Technik, alte Rechtsfragen. Jugendschutz bei Hybrid-TV. In: tv diskurs 2/2011, S. 48-54 (pdf-Datei).

Veranstaltungen

  • „Online-Jugendschutz – geht’s noch?“, Symposium von Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH), Hans-Bredow-Institut und Handelskammer Hamburg am 25. Mai 2011 in Hamburg.

Vorträge

  • "Grenzen der Berichterstattung: Abwägung zwischen Jugendschutz und Medienfreiheit", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der KJM Prüfertagung am 15. Juni 2016 in München.   

  • "Gestaltungswille und Gestaltungsfähigkeit in der Jugendmedienschutzregulierung", Kurzvortrag von S. Dreyer im Rahmen der Dialogveranstaltung "Reformansätze für einen zeitgemäßen und kohärenten Jugendmedienschutz" der SPD-Bundestagsfraktion am  2. Juni 2016 in Berlin.

  • "Jugendschutz ex machina: KI-Ansätze in Jugendschutz und Medienbildung", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Veranstaltung "medien impuls: Künstliche Intelligenz – Werkzeug des Menschen oder Menschen als Werkzeug" von FSF und FSM am 30. Mai 2016 in Berlin. 

  • "Klartext zu Jugendschutzprogrammen: Sinn oder Unsinn?", Teilnahme von S. Dreyer am Diskussionspanel im Rahmen der Veranstaltung "KJM im Dialog" am 11. Mai 2016 in Berlin.

  • "Europäische Trends im Jugendmedienschutz und die Relevanz von Kooperationen für die Medienwirtschaft", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) am 27. November 2015 in Berlin.

  • "JMStV macht erfinderisch - Aktuelle technische Schutzlösungen im Überblick", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des FSF/FSM Medien Impulses "Nach der Reform ist vor der Reform" am 26. November 2015 in Berlin.

  • "Digital ist besser? Möglichkeiten und Grenzen technischer Jugendschutzlösungen", Teilnahme von S. Dreyer am Diskussionspanel im Rahmen des FSF/FSM Medien Impulses "Nach der Reform ist vor der Reform" am 26. November 2015 in Berlin.

  • "Die JMStV-Reform: Aktueller Stand", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Tagung des FSM Beschwerdeausschusses am 17. Oktober 2014 in Berlin.

  • "Bunnykiller Hybrid-TV? Jugendmedienschutz und konvergente Endgeräte", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des Media Lunch Break "Hybrid TV-Geräte - Enabler oder Gatekeeper?" der Sozietät Field Fisher Waterhouse am 31. Januar 2014 in Hamburg.

  • "Spielspass, Immersion & Sucht bei Games: Kann Transparenz die Jugend schützen?" Kurzimpuls und Panelteilnahme von S. Dreyer im Rahmen der Mediatage Nord 2011 am 14. November 2011 in Kiel.

  • "Same Same But Different: Zum Verhältnis von Jugendmedienschutz und Verbraucherschutzrecht", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des Fachtags „Jugendschutz vs. Verbraucherschutz“ der SLM am 24. Juni 2011 in Leipzig. (Präsentation als pdf)

  • "Erkenntnisfortschritt = Regulierungsfortschritt? Fragen des gesetzlichen Jugendmedienschutzes an die Kommunikationswissenschaft", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der DGPuK-Jahrestagung "Theoretisch praktisch?!" am 3. Juni 2011 in Dortmund.

  • „Anforderungen an einen netzadäquaten Jugendschutz“, Vortrag von W. Schulz beim Symposium „Online-Jugendschutz – geht’s noch?“ des Hans-Bredow-Instituts, der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und der Handelskammer Hamburg am 25. Mai 2011 in Hamburg.

  • "Entwicklungspfade für ein netzwerkgerechtes Jugendmedienschutzrecht", Mündliche Stellungnahme von S. Dreyer im Rahmen der öffentlichen Anhörung zum Jugendmedienschutz vor dem Hauptausschuss des Hessischen Landtags am 4.Mai 2011 in Wiesbaden.

  • "Evaluation und Perspektiven des deutschen Jugendmedienschutzes", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Veranstaltung "Zukunftsfähigen Jugendmedienschutz gemeinsam gestalten" der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW am 18. Februar 2011 in Düsseldorf.

  • „Perspektiven des Jugendschutzes im Internet – Standortbestimmung nach dem Scheitern des Jugendmedienschutzstaatsvertrags“, Teilnahme von W. Schulz an der Podiumsdiskussion bei der Veranstaltung „Medienimpuls“ der FSF und FSM am 15. Februar 2011 in Berlin. 

Ansprechpartner

Stephan Dreyer

Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 33
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77

E-Mail