Sounds like… vergangene Töne und historische Kommunikationsprozesse

Das Projekt der Forschungsstelle Mediengeschichte (ehemals: Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland) beschäftigt sich mit Sound History und speziell mit der Radioproduktion, den Radioprogrammen und deren Aneignungsprozessen in der Vergangenheit. Im Zentrum stehen „vergangene Töne“ als Teil von historischen Kommunikationsprozessen, wie sie unter dem Stichwort „vergangenes Hören“ (Thomas Lindenberger) in der Zeitgeschichtsforschung zunehmend Aufmerksamkeit finden. Sie arbeitet mit einem klangarchäologischen Modell, das historische Töne als Konstruktionen versteht, als vom technisch-apparativen Massenmedium Rundfunk produzierte und vermittelte Töne sowie von zeitgenössischen Publika durch dieses Massenmedium wahrgenommene und angeeignete Töne. Dabei werden speziell medienvermittelte Vergemeinschaftungen bzw. Identitätsbildungsprozesse untersucht.

  • Ende 2013 startete das groß angelegte Multimedia-Projekt „Der Sound des Jahrhunderts. Geräusche, Töne, Stimmen. 1889 bis heute“, verantwortet von Gerhard Paul und Ralph Schock. Einen über 600 Seiten starken Band mit einer DVD gibt die Bundeszentrale für politische Bildung heraus. Zu dieser Publikation wurden die Beiträge zur Geschichte der Mikrofonberufe, der Radiosignale und Radiomeldungen sowie dem Sound des Hörspiels erarbeitet.

  • Im Rahmen des interdisziplinären und internationalen losen Forschungsverbunds „Radio Aesthetics – Radio Identities“, der sich mit den radioästhetischen Erscheinungsformen, deren kommunikativen Rollen sowie den Aneignungsprozessen des akustischen Mediums, aktuell, historisch und im interkulturellen Vergleich beschäftigt, widmet sich ein Projekt dem Thema „Sounds like the Sixties…“. Seit jeher bemühen sich die Programm-Macher, ihr Publikum zu erreichen – nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre sonische Performanz. Der Untersuchungszeitraum der 1960er Jahre ist besonders interessant, weil diese Dekade in vielerlei Hinsicht als Periode des Wandels gilt und auch das Programm-Medium Radio in diesem Zeitraum einen grundsätzlichen Wandel vollzieht und seine Stellung als „Leitmedium“ verliert. Wie veränderten sich die mediatisierten Stimmen der Radiomacher in der Bundesrepublik Deutschland im Kontakt mit ihrer Hörerschaft in den „Sixties“?

Publikationen

  • Wagner, H.-U. (2016): Achtung, Aufnahme! Mikrofonberufe in der Geschichte des Rundfunks. Beitrag im Dossier „Sound des Jahrhunderts“ der Bundeszentrale für politische Bildung (online).

  • Wagner, H.-U. (2016): Hallo! Hallo! Hier Radio! Geschichte der Radiosignale. Beitrag im Dossier „Sound des Jahrhunderts“ der Bundeszentrale für politische Bildung (online).

  • Wagner, H.-U. (2013): Achtung, Aufnahme!. Mikrofonberufe in der Geschichte des Rundfunks / Hallo! Hallo! Hier Radio! … Geschichte der Radiosignale / Radiomeldungen. Von Seewetterberichten, Suchmeldungen und Verkehrsnachrichten / Träume. Die Geschichte des Hörspiels. In: G. Paul , R. Schock (Hrsg.), Sound des Jahrhunderts. Geräusche, Töne, Stimmen – 1889 bis heute. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 116-121; 122-127; 332-337; 364-369.

  • Wagner, H.-U. (2013): Sounds like the Sixties. Approaches how to Analyze Radio Aesthetic in the Past. In: D. Zakharine, N. Meise (Eds.), Electrified Voices. Medial, Socio-Historical and Cultural Aspects of Voice Transfer. Göttingen, 291-300.

  • Wagner, H.-U. (2012): "Es muss Ihnen seltsam erscheinen …“ NDR Geschichte(n).

  • Wagner, H.-U. (2011): Sounds like the Fifties. Zur Klangarchäologie der Stimme im westdeutschen Rundfunk der Nachkriegszeit. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 2 (2011): Politik und Kultur des Klangs im 20. Jahrhundert/Politics and Culture of Sound in the Twentieth Century, Materialien zum Thema.   »»

Veranstaltungen

  • "Radio Aesthetics, Radio Identities“, Workshop von H.-U. Wagner, G. Föllmer, I. Bose am 10. und 11. Januar 2013 in Halle.

  • "Radio Aesthetics, Radio Identities“, Workshop von H.-U. Wagner, G. Föllmer, I. Bose und Mitarbeiter/innen des LARM-Projekts (Dänemark) am 24. und 25. Februar 2012 in Hamburg.

Vorträge

  • "Trends in German Audio Drama", Paper von H.-U. Wagner auf der Konferenz “Audio Drama  – Histories, Aesthetics, Practices” an der Universität Kopenhagen am 19. August 2014.

  • "Sounds like Hamburg – Communicative Figurations of Spatial Identity-Building in the Past and the Analysis of Historic Sound Documents", Vortrag von H.-U. Wagner auf der 2nd International Conference of the European Sound Studies Association (ESSA) “Sound Studies – Mapping the Field” an der Universität Kopenhagen am 28. Juni 2014.

  • "Radiohören und soziale Identitäten. Radioaneignungsprozesse in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er Jahren", Vortrag von H.-U. Wagner auf der Tagung der GfM-AG Auditive Kultur und Sound Studies „Von akustischen Medien zur auditiven Kultur? Zum Verhältnis von Medienwissenschaft und Sound Studies“ an der Universität Bonn, Abteilung für Musikwissenschaft/Sound Studies, am 1. Februar 2014.

  • "Sounds like the Fifties. Radio-Ästhetiken / Radio-Identitäten", Vortrag von H.-U. Wagner am 6. Juni 2013 an der Ludwig-Maximilian-Universität in München.

  • "Klangarchäologie der Radio-Stimmen". Vortrag von H.-U. Wagner auf dem 49. Deutschen Historikertag in der Sektion "Sound History“ in Mainz am 28. September 2012.

  • "Radio-Ästhetiken – Radio-Identitäten. Über Radio-Stimmen und Hörspiel-Konzeptionen". Vortrag von H.-U. Wagner und I. Bose auf der Tagung „Dichtung für die Ohren. Zur Poetik und Ästhetik des Tonalen in der Literatur der Moderne“ im Literaturhaus München am 1. Juli 2012.

  • "Sounds like the Sixties: Approaches to Analyze Radio Aethetic in the Past", Vortrag von H.-U. Wagner auf der Konferenz "Electrified Voices: Medial, Socio-Historical and Cultural Aspects of Voice Transfer" an der Universität Konstanz am 17. Juni 2011.

  • "The Auschwitz Trial on Air: West and East German Attempts to Voice the Holocaust", Vortrag von H.-U. Wagner und F. Bayer auf der Konferenz “Sound Bridges, Sound Walls. Broadcasting in the Historical Formation, Mediatisation and Localization of Sound” am Institute for Sound and Vision in Hilversum am 19. März 2011.

  • "Loops und Audiomedien/Audioforschung", Moderation von H.-U.Wagner bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) zum Thema "Loopings" in Weimar, 30. September 2010.

Ansprechpartner

Dr. Hans-Ulrich Wagner

Forschungsstelle Mediengeschichte
Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 428 38 - 32 02
Fax +49 (0)40 428 38 - 35 53
mobil: auf Anfrage unter +49 (0)40 450 217 - 0

E-Mail

Kooperationspartner

Prof. Dr. Ines Bose und Jun.-Prof. Dr. Golo Föllmer, Martin-Luther-Universität Halle a.d.S.