Kooperationen

Nationale und internationale Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen

Universität Hamburg / RCMC

Der für das Institut mit Abstand wichtigste wissenschaftliche Kooperationspartner ist die Universität Hamburg. Das Institut ist zusammen mit den Fakultäten für Geisteswissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Träger des 2009 gegründeten Research Center for Media and Communication (RCMC), das die regionale Vernetzung im Bereich Medienforschung befördern soll. Das RCMC bündelt die medienbezogene Forschung an den Fakultäten der Universität Hamburg und an der Hamburg Media School, koordiniert sie mit den am Hans-Bredow-Institut durchgeführten Aktivitäten und entwickelt neue Forschungsinitiativen. Neben interdisziplinären Forschungsprojekten, darunter derzeit der Forschungsverbund „Kommunikative Figurationen“ mit der Universität Bremen, initiiert das RCMC wissenschaftliche Veranstaltungen und Publikationen und fördert den internationalen Austausch im Bereich der Kommunikations- und Medienwissenschaft. Das RCMC hat 2014 bereits rund 50 Mitglieder. Das RCMC ist auch Träger der Graduate School Communication and Media (GMaC).

Eine besondere Kooperationsform, die neben dem Institut und der Universität Hamburg auch Rundfunkanstalten umfasst, stellt die Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland dar. In diesem Kooperationsprojekt mit der Universität Hamburg, das in enger Zusammenarbeit mit dem NDR, zeitweise auch mit dem WDR, durchgeführt wird, setzt das Institut seit mehreren Jahren Akzente in der historischen Forschung zu Medienentwicklungen. Während in den ersten Jahren die Erarbeitung einer Geschichte des Nordwestdeutschen Rundfunks im Vordergrund stand, setzt sich die Forschungsstelle nun mit verschiedenen Teilaspekten der Programm- und Institutionengeschichte des Rundfunks in Norddeutschland auseinander. Die Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland ist Mitglied der AG „Mediale Erinnerung & transkulturelle Kommunikation“ am Research Center Media and Communication (RCMC). Die AG arbeitet an einer Perspektiverweiterung sowohl der (medialen) Erinnerungsforschung als auch der Forschung zur transnationalen bzw. transkulturellen Kommunikation. Ziel ist es, gesellschaftliche Erinnerung in und durch Medien im Kontext von Transkulturalisierungsprozessen theoretisch wie empirisch zu analysieren.

Daneben gibt es intensive Kooperationen mit einzelnen Fakultäten und Einrichtungen der Universität. So arbeitet das Institut seit Jahren an der Konzeption des Schwerpunktes „Information und Kommunikation“ der Fakultät Rechtswissenschaft mit. Zusammen mit dieser Fakultät wurde in einem gemeinsamen Berufungsverfahren die Professur „Medienrecht und Öffentliches Recht einschließlich ihrer theoretischen Grundlagen“ geschaffen und mit Wolfgang Schulz besetzt, wodurch der rechtswissenschaftliche Arbeitsbereich am Institut gestärkt und die Zusammenarbeit mit der Universität weiter vertieft werden können. So unterstützt das Institut etwa die „Kamingespräche“, bei denen sich Studierende im informellen Rahmen mit erfolgreichen Praktikern über Karriereplanung sprechen und Berufsbilder kennenlernen können.

Ein weiteres Beispiel für die Kooperation mit der Universität ist die Mitwirkung an dem vom Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft getragenen Erasmus Mundus Studiengang „Media, Journalism, and Globalization“.

Schließlich bildet der UNESCO Chair on Freedom of Communication and Information eine weitere gemeinsame Aktivität mit der Universität.

Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)

Seit 2011 ist das Institut „integrierter Kooperationspartner“ des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG). Für das Institut ergibt sich durch die Kooperation vor allem eine disziplinäre Erweiterung, aber auch ein einfacherer Zugang zur Community der Internet-orientierten internationalen Forschung. Das Hans-Bredow-Institut hat eine Arbeitsgruppe „Internet und Gesellschaft“ eingerichtet, die die Brücke zum HIIG bildet. Durch die Berufung von Wolfgang Schulz in das Direktorium des HIIG gibt es auch eine personelle Verbindung auf Leitungsebene.

Durch die Zusammenarbeit mit dem HIIG ist das HBI auch Mitglied im „Network of Internet Research Centers“ (NoC), zu dem unter anderem das NEXA Center in Turin, das Oxford Internet Institut, das Rio Institute for Technology and Science und das Berkman Center at Harvard University gehören. Im letzten Forschungsjahr koordinierte Wolfgang Schulz als zuständiger Direktor das internationale Netzwerk; die koordinieremde Rolle wurde Ende 2014 an das NEXA Center übergehen. 

Die Zusammenarbeit wird am Institut im Rahmen des Kompetenzbereichs „Internet und Gesellschaft“ koordiniert und manifestiert sich in zahlreichen gemeinsamen Forschungsprojekten.

Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0

Im Rahmen der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft ist das Hans-Bredow-Institut auf der Mitgliederversammlung des Leibniz-Forschungsverbundes Science 2.0 am 28. November 2013 in den Verbund aufgenommen worden. Mit 35 Einrichtungen aus Wissenschaft und Bibliotheken zählt der Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 zu den größten der insgesamt 11 Forschungsverbünde der Leibniz-Gemeinschaft. Der Zusammenschluss von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Forschungsdisziplinen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befasst sich im Grundsatz mit der Frage, wie das Internet mit seinen zahlreichen Web 2.0-Anwendungen Forschungs- und Publikationsprozesse in der Wissenschaft verändert. Ziel ist es, auf der Basis von detaillierten Forschungsergebnissen zu verändertem Arbeitsverhalten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Technologien für Infrastruktureinrichtungen zu entwickeln.

Nicht-formalisierte nationale und internationale Kooperationen

Die Kooperationen mit Instituten, Universitäten und einzelnen Forscherpersönlichkeiten außerhalb Hamburgs hat das Institut bislang nicht in Form von längerfristigen Kooperationsvereinbarungen formalisiert. Sie sind allerdings zahlreich, auch außerhalb Deutschlands und Europas:

Innerhalb Deutschlands sucht das Institut die Kooperation vor allem, um im Zusammenhang mit konkreten Projekten die eigenen disziplinären Perspektiven zu erweitern. Auf mehrere erfolgreiche Jahre kann mittlerweile auch das von C. Lampert 2003 mitgegründete „Netzwerk Medien und Gesundheitskommunikation“ zurückblicken, das einen wesentlichen Bestandteil des Kompetenzbereiches Gesundheitskommunikation darstellt.
Ein besonderes Merkmal des Instituts sind seine intensiven internationalen Kooperationen. Durch das Internationale Handbuch Medien verfügt das Institut über langjährige und wertvolle Kontakte in alle Teile der Welt. Durch die Teilnahme an mehreren europäischen Forschungsprojekten ist die Vernetzung auf der europäischen Ebene besonders eng: Beispiele sind das Forschungsnetzwerk EU Kids Online (Projekt 44) und die COST-Aktion „Transforming Audiences, Transforming Societies“ (Projekt 40) sowie die vom Institut koordinierten EU-Projekte MIRACLE zu interoperablen Alterskennzeichnungen (Projekt 9) oder zur Koregulierung und zur Unabhängigkeit von Regulierungsbehörden INDIREG (Projekt 19). Das Institut hat sich dadurch gute Voraussetzungen für die Konzeption und Beantragung europäischer Forschungsprojekte geschaffen.

Insgesamt kristallisiert sich weiter – vor allem im rechtswissenschaftlichen Arbeitsbereich – neben der traditionell dichten Kooperation innerhalb Europas ein Kooperationsschwerpunkt im asiatisch-pazifischen Raum heraus (Projekt 11) – durchaus konform mit aktuellen Tendenzen der deutschen Forschungspolitik.

Sonstige Kooperationen

Das Institut beteiligt sich intensiv an den Aktivitäten der nationalen und internationalen Fachgesellschaften. So sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Jahren als Sprecher oder stellvertretende Sprecher in den Fachgruppen der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) tätig und Mitglied in der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK). Seit 2003 ist das Institut im Vorstand des Studienkreises Rundfunk und Geschichte vertreten (H.-U. Wagner). Neben der institutionellen Mitgliedschaft in der International Communication Association (ICA) und der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) war das Institut seit der Gründung der European Communication Research and Education Association (ECREA) im Jahre 2005 mit U. Hasebrink bis 2012 in deren Vorstand vertreten. Im Oktober 2010 richtete das Institut federführend die alle zwei Jahre von der ECREA veranstaltete „European Communication Conference“ in Hamburg aus.

Die Kooperationen mit nicht-wissenschaft-lichen Einrichtungen erfolgt vor allem durch einzelne Personen, nicht durch Mitgliedschaften des Instituts selbst.

Im Bereich der Wirtschaftskooperationen ist etwa zu nennen, dass W. Schulz die Law-Group (vormals AK Recht) von Hamburg@Work mit leitet. Hamburg@Work ist eine Clusterinitiative für die MITT-Wirtschaft (Massenmedien, IT, Telekommunikation), die als Public Private Partnership von der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Hamburger Unternehmen gegründet wurde. Seit 2012 steht Stephan Dreyer der „Technical Task Force on Interoperability and Machine-Readability“ der „CEO Coalition to Make the Internet a Safer Place for Kids“ vor, einer auf Veranlassung der EU-Kommission von über 30 internationalen Medienunternehmen geschaffenen Initiative für verbesserten Jugendschutz im Internet.

Von Mai 2010 bis Februar 2013 war W. Schulz als unabhängiger Sachverständiger Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Internet und digitale Gesellschaft“. Zudem arbeitet W. Schulz im Fachausschuss „Kommunikation und Information“, dessen Vorsitzender er nun ist, und im Beirat „Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ der Deutschen UNESCO Kommission mit. U. Hasebrink wirkte von 2011 bis 2013 als Sachverständiger in einer Kommission der Hochschulrektorenkonferenz zum Thema „Neue Medien und Wissenstransfer“ mit. U. Hasebrink und C. Lampert engagieren sich überdies im Zentrum für Kinderschutz im Internet (I-KIZ). J.-H. Schmidt war einer der Leiter der Projektgruppe „Forum Internet und Gesellschaft“, die zwei Veranstaltungen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag im Mai 2013 in Hamburg vorbereitete. H.-U. Wagner ist 2014 Mitglied in der Jury „Hörspiel des Monats“/“Hörspiel des Jahres“ (Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, Darmstadt) sowie in der Jury „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ (Film- und Medienstiftung NRW, Düsseldorf).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts wurden zudem in die Beratungs- und Aufsichtsgremien verschiedener Organisationen berufen: Akademie für Publizistik (W. Loosen), Center for Social Responsibility in the Digital Age (S. Dreyer), Erfurter Netcode (C. Lampert), Studienkreis Rundfunk und Geschichte (H.-U. Wagner); Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) (C. Lampert), Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V. (FSM) (S. Dreyer), Initiative „SCHAU HIN!“ (C. Lampert), Wissenschaftlicher Fachbeirat „youthpart“ (J.-H. Schmidt).