Entscheidungen unter Ungewissheit im Jugendmedienschutz

Die regulierungswissenschaftliche Erkenntnis, dass Wissen für gesetzgeberische Steuerungsprozesse unabdingbar ist, stellt Gesetzgeber und Behörden zunehmend vor die Frage, inwiefern sich Situationen des Nicht-Wissens auf rechtliche Entscheidungen auswirken. Das Dissertationsprojekt nimmt diese Fragestellung am Beispiel des Jugendmedienschutzes auf und konkretisiert die Wertungs- und Prognosespielräume, die die unterschiedlichen Akteure – Gesetzgeber, zuständige Behörden und Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle – im Angesicht von Ungewissheit haben.

Die Arbeit hat das Ziel, die Voraussetzungen, Prämissen, Maßstäbe und Grenzen unterschiedlicher spielraumbezogener Entscheidungen – etwa normativ-faktische, akteursbezogene oder realitäts-interpretierende Wertungen – und deren Verzahnung aus Sicht nicht hintergehbarer Wissensdefizite näher herauszuarbeiten.

Daneben wird untersucht, inwiefern bei Entscheidungen, die Wissensdefizite aufweisen, die Ungewissheit ein für den Entscheidungsprozess spezifisches Merkmal ist, das durch besondere Mechanismen nutzbar gemacht werden kann, etwa durch Delegation, Prozeduralisierung und Flexibilisierung.

Das Projekt wird 2015 fertiggestellt.